
Immer wieder erscheinen Artikel um Facebooks Trackingwut. Da fragt sich der eine oder andere User schnell einmal: Wo sind die Tools, welche dieser Informationssammlerei einen Riegel schiebt? Für Surfer, welche mit dem Firefox oder Chrom unterwegs sind, bietet sich das Add-On «Adblock Plus» an.
Es handelt sich hierbei zwar um einen Werbeblocker. Adblock Plus lässt sich aber auch dazu nutzen, um Social-Media-Erweiterungen auf externen Webseiten zu blocken. Ist die Browsererweiterung erst einmal richtig formatiert, kann Facebook keine Nutzerdaten mehr sammeln. Die Installation allein reicht jedoch nicht aus. Nachdem Sie Adblock Plus installiert haben, sollten Sie beim Firefox über diesen Link den sogenannten «Antisocial.txt»-Filter aktivieren.
Beim Chrom gelangen Sie über den Rechtsklick auf das Adblock Plus-Symbol zu den Optionen. In der Filterliste fehlt allerdings der benötigte Filter. Fügen Sie diesen über das Feld «Fügen Sie eine Firefox Adblock Plus Filter Liste hinzu» ein. Ist die URL https://adversity.googlecode.com/hg/Antisocial.txt geladen, sollten auch Chrome-Nutzer vor übermässigem Facebook-Tracking geschützt sein.
Byron beschreibt, dass FB Cookies in den Browsern der Nutzer installiert und dies bereits bei ihrem allerersten Besuch auf der Seite. Legen diese dann ein Profil an werden die IP, ein Zeitstempel und Profildaten (eMail, Freundeslisten, Voreinstellungen und Likes) gesammelt.
Das ist ja alles schön und gut, sollen die doch mit diesen Daten machen, was sie wollen. Ist Ihnen jedoch auch bewusst, dass FB ihr Surfverhalten weiterhin scannt, auch wenn Sie die Seite bereits verlassen haben, also ausgeloggt sind? Dabei reicht es, wenn Sie auf irgend einer Seite im Netz landen, wo Like-Buttons oder sonstwelche Add-Ons von FB installiert sind. Sie brauchen diese Buttons noch nicht mal zu klicken, damit das Cookie in Ihrem Browser fleissig Informationen ans Headquarter von FB schickt.
Dabei werden auch Daten gesammelt, welche Ihren Computer eindeutig identifizieren. Und wie bereits beschrieben, macht es kaum einen Unterschied, ob Sie nun bei FB angemeldet sind oder nicht, ja noch schlimmer, auch wenn Sie keinen Account bei FB haben, hat sich bereits bei einem einamligen Besuch auf der Seite ein Cookie in Ihrem Browser installiert und Sie getrackt.
FB versichert zwar, diese Daten «lediglich» während 90 Tagen zu behalten. Danach sollen diese wieder gelöscht werden. Doch was geschieht denn mit diesen Daten? FB versichert, dass sie diese lediglich dazu einsetzen, um die Sicherheit der Plattform und Plug-Ins zu verbessern. Das können Sie auch gerne glauben, wenn Sie unbeschwert weiter surfen wollen.
Mit nur wenig Sachverstand wird jedoch schnell klar, dass derartig gesammelte Daten eine Goldgrube sind. Zum einen kann die Werbebranche die Erkenntnisse der Auswertungen gezielt einsetzen und Sie mit personalisierten Botschaften penetrieren. Zum andern können daraus Informationen über politische Gesinnung, sexuelle Ausrichtung, Gesundheitsaspekte oder religiöse Gesinnung gesammelt werden. Nicht auszumalen, wenn diese Daten bei Behörden, Geheimdiensten, Versicherungen oder Polizei landen. FB versichert jedoch, bis anhin keine Daten weiter gegeben zu haben. Die Verlockung ist jedoch gross und Ihre persönlichen Daten eine Goldgrube.
Weiter erfährt der geneigte Leser, dass Google offensichtlich noch viel von Facebook lernen kann. Man habe es bis anhin nicht verstanden, genügend Partner an Bord zu holen, welche beispielsweise Spiele und Applikationen für die Plattform entwickeln würden. Facebook sei nicht so erfolgreich, weil es einfach gut sei, sondern weil es Partner gefunden habe, welche für das Unternehmen Produkte entwickle, welche die Nutzer Stunden lang auf der Plattform halte.
Zwar sei es noch nicht zu spät, doch Google sei gut beraten, nun sofort zu handeln und einzigartige Apps entwickeln zu lassen, welche die Nutzer begeistern würden. Führt man sich jedoch aktuelle Nutzerzahlen vor Augen, könnte es jedoch durchaus bereits zu spät sein. Zwar zählte G+ bereits in der Beta-Phase nach einem Monat 25 Mio. Members. Die Mitgliederzahl explodierte am 20. September sogar (Öffnung der Plattform für die breite Masse). Doch inzwischen hat G+ bereits wieder 60% Nutzer verloren, weil diese als eher langweilig und im Vergleich mit dem innovatioven Facebook altbacken daher kommt.
Momentan liegt G+ mit 32 Mio. Usern im Vergleich mit anderen sozialen Netzwerken sogar lediglich auf Platz 6. Noch hinter Ning (60 Mio.) oder MySpace (80 Mio.). Unangefochten an der Spitze liegen weiterhin Facebook (700 Mio.) und Twitter (200 Mio.).
Experten zeichnen bereits ein düsteres Bild für G+. Sollte es der Plattform nicht innert nützlicher Frist gelingen, einzigartige Features, Spiele oder Apps zu entwickeln, würde diese schon bald einfach von der Bildfläche verschwinden.
An der gestrigen, jährlichen Facebook-Keynote gelang es jedoch Zuckerberg mit dem «neuen» Facebook seine Fangemeinde in Begeisterung zu versetzen. Ja, das neue Facebook lässt Google+ alt aussehen! Im Zentrum steht dabei die «Timeline». Facebook möchte, dass Sie Ihr gesamtes Leben auf der Plattform darlegen. Orientiert man sich am Teaser-Film, sollten die inzwischen 800 Mio. Nutzer ein Tagebuch über ihr Leben – von der Geburt, bis heute und morgen – anlegen. Das ganze wird dann anhand der Timline angelegt und kann fortlaufend ergänzt und angepasst werden. Die Einträge sind entsprechend chronologisch angeordnet. Je weiter zurück sie liegen, desto weniger prominent werden diese präsentiert. Sämtliche je auf Facebook geposteten Beiträge bleiben so auf ewig erhalten. Wichtige Beiträge werden blau, weniger wichtige grau markiert.
Insgesamt erscheint das neue Profil im Stil einer Homepage oder eines digitalen Fotobuches. Auf der Timline finden sich aber noch weitere interessante Feature, wie beispielsweise die Map. Diese zeigt auf einer Weltkarte, wo Sie überall waren. Vorausgesetzt, Sie haben diese Plätze in der Vergangenheit markiert. Auch Social Apps wurden stärker integriert. So können Sie nun Ihren Freunden mitteilen, wie viele km Sie diesen Monat gelaufen, welche Bücher Sie gelesen oder welche Gerichte Sie gekocht haben. Buchtipps werden nicht mehr geliket sondern als gelesen markiert und auf diese Weise weiter empfohlen.
Nicht nur die Desktop-Version von FB überzeugt in seinem neuen Gewand, auch die mobile Version wurde komplett neu überarbeitet. FB will noch präsenter werden auf den Smartphones und hat deshalb seine App grundlegend überarbeitet und nutzerfreundlicher gestaltet.
Facebook will, dass wir noch mehr Zeit auf der Plattform verbringen und ist deshalb weitere kooperationen eingegangen. Spotify beispielsweise erlaubt eine vollkommen neue Form von Musik-Empfehlungen und soll der Musikindustrie zu neuem Glanz verhelfen. Aber auch Videos, Newsstreams und Games sollen verstärkt über Faceook angeschaut, empfohlen und geshared werden.
Die oben beschriebenen Neuerungen werden in der Schweiz erst in den nächsten Wochen eingeführt. Auf die totale Medienintegration (Sound, Video, Games) werden wir wohl noch länger warten müssen. Sollten Sie jedoch nicht warten können, wählen sie unter den Kontoeinstellungen «English (US)» aus. Im neuen Facebook-Profil wählen Sie die Seite developers.facebook.com aus. Hier wählen Sie «Create a new app». Nachdem Sie die beiden Felder ausgefüllt haben, geben Sie die Zeichen beim «Security Check» ein und klicken auf Submit. Anschliessend klicken Sie auf «Open Graph». Nun noch die beiden Felder ausgefüllt und beim neuen Aufruf Ihres Profils, erwartet Sie das neue Facebook-Design.
Fazit
Facebook hat sich gerade neu erfunden und lässt Google+ für den Moment weit hinter sich. Konzept der Plattform ist es, dass Sie quasi eine digitale Kopie von sich selbst auf FB anlegen. Die neue Timeline wird die Nutzer begeistern, Datenschützer wird sie jedoch auf die Palme bringen. Es ist auf jeden Fall empfehlenswert, dass man die neuen Features verantwortungsvoll einsetzt. Denn wie Sie ja bereits wissen, das Web vergisst nichts. Und wie ich an dieser Stelle bereits beschrieben habe, wird ein Profil bei FB niemals gelöscht, auch wenn Sie es auflösen wollen. Unterschätzen Sie auf keinen Fall, welche Informationen sich mit diesen Features über Sie zusammentragen lassen. Die entsprechenden Algorithmen können letzten Endes Eigenschaften über Sie ans Licht bringen, welche Ihnen möglicherweise selber noch nicht bewusst sind. So kann ein User-Profil schnell einmal zum Psychogramm werden.
Vorsicht ist einzig bei der Wahl des Namens geboten. Google+ duldet nämlich gemäss Policy keine Pseudonyme. Die Nutzer werden gezwungen, sich mit ihren echten Namen anzumelden. Andernfalls kann es dann durchaus vorkommen, dass Sie vom Internetriesen wieder ausgesperrt werden. Diese Verbannung ist um so ärgerlicher, wenn Sie auch andere Google-Dienste mit diesem Konto nutzen. Es kann nämlich schnell mal ins Geld gehen, wenn Sie auch bei AdWords, Analytics und GoogleMail aussen vor bleiben müssen ...
Noch immer überbieten sich die beiden Bigplayer des Social Networks beinahe täglich mit Innovationen, welche deren User bei Laune halten sollen. Seid neuestem bietet Facebook nun einen Subscriber-Button an. Dieses neue Feature gibt den Usern zum einen etwas mehr Kontrolle über deren private Profile und lässt sie zusätzlich Personen folgen, deren Freunde sie (noch) nicht sind.
Das Ganze ist jedoch alles andere als neu. Die fleissigen Zwitscherer unter uns kennen dieses Feature bereits von Twitter. Facebook geht dabei einfach etwas weiter. So sollen User künftig selber bestimmen können, welchen öffentlichen Personen (Politiker, Unternehmer, Promis) sie jeweils folgen wollen und welche Postings sie dabei interessieren. Dabei kann beispielsweise eingestellt werden, dass Sie von den einen lediglich die Musiktipps interessieren, beim andern wollen Sie in Fotoalben stöbern und von Dritten interessiert sie möglicherweise gar nichts.
Wer bereits heute einen Subscribe-Button in seinem Profil anbieten mag, kann dies bereits heute über die Subscriptions Page tun. Facebook scheint aus den Fehlern der letzten Monate zu lernen. Dieses neue Feature ist nämlich nicht per Default eingestellt. Wer Follower für sein Profil zulassen will, muss diese Funktion persönlich erlauben.
«Wenn du in den USA oder Kanada ortsansässig bist oder dort deinen Hauptgeschäftssitz hast, stellt diese Erklärung eine Vereinbarung zwischen dir und Facebook, Inc. dar. Anderenfalls stellt diese Erklärung eine Vereinbarung zwischen dir und Facebook Ireland Limited dar.»
Obwohl FB (aus steuerlichen Gründen) somit eine europäische Niederlassung hat, sind die Nutzungsbedingungen auf das amerikanische Recht ausgelegt und verstossen somit gegen europäische Datenschutzrichtlinien. Der FB-Vertrag sei zudem unübersichtlich, widersprüchlich und unklar. Auf der Homepage der Studenten ist weiter nachzulesen, welche Daten FB über seine Nutzer sammelt. Diese Daten würden auch nach dem Löschen des persönlichen Accounts lediglich auf unsichtbar gestellt, jedoch nicht nachhaltig gelöscht. Die Studenten deckten weiter auf, dass FB auch Informationen über seine Nutzer speichere, welche so von diesen nie gespeichert wurden. So sollen beispielsweise anhand dieser Daten Rückschlüsse auf die sexuelle oder politische Gesinnung der Nutzer oder deren psychischen Probleme gemacht werden können.
Ebenfalls auf der Homepage der Studenten nachzulesen ist, wie man an diese sensiblen Daten kommen kann. FB gibt diese nämlich nur auf Druck und höchst widerwillig heraus. Wenn Sie jedoch die Herausgabe der Daten erreicht haben, sollten Sie sich nicht wundern, wenn ein solches Dossier Tausend und mehr Seiten umfasst.
Sollten Sie an den Daten interessiert sein, welche FB über Sie gespeichert hat, können Sie über diese gut versteckte Seite ein entsprechendes Gesuch stellen.
Vermehrt gelangen Unternehmen zur Erkenntnis, welche Möglichkeiten und Vorteile soziale Netzwerke bieten können. Der direkte Kontakt und Austausch mit dem Kunden ist dabei nur eine Komponente, weshalb es sich kaum ein modernes Unternehmen mehr leisten kann, Socialmedia zu ignorieren. Doch nicht immer sind Massenprodukte wie Facebook, Google+ und weitere Plattformen von der Stange, die richtige Wahl. Sei es, weil sie sich nicht ausreichend konfigurieren lassen oder weil das Hosting in der Wolke und in den Händen Unbekannter liegt.
Schnell kommt die Frage nach bezahlbaren Alternativen auf. Es gibt sie noch, die OpenSource-Projekte! Dieser Artikel stellt acht unterschiedliche Ansätze vor. Dabei werden die Vor- und Nachteile der einzelnen Tools aufgedeckt und gegen einander aufgewogen.
Falls Sie für Ihr Unternehmen also auf der Suche nach individuellen Lösungen im Aufbau einer Community sind, lohnt sich die Studie dieses Berichts.